Das Kräuterbeet

Kräuter – Gewusst was? Und wie!

Wir haben das Glück, dass es einige echte Kräuter-Fans und Kräuter-Kenner unter uns Solawisten gibt, die mit Tatkraft und Ausdauer das Kräuterbeet nicht nur hübsch, sondern auch informativ gestaltet haben. Die lebendigen Kräuter zum Pflücken, Riechen, Schmecken und für zu Hause zum Kochen und Genießen gibt es zur Selbsternte im Kräuterbeet. Viel Freude damit und viel Spaß beim Kräuterentdecken, Kennenlernen, Kochen und Genießen!

Basilikum
Einjährige, krautige Pflanze. Einzelne Stängel, die dicht beieinander stehen. Dichte, saftig grüne Blätter, die leicht gewölbt sind, sitzen gegen-kreuzständig am Stängel. Pflanze kommt eigentlich aus heißen Gebieten Asiens, bei uns nur als Kulturpflanze möglich. Weiße Blüten am Stängelende und aus den Trieben der Blattachseln. Schnecken lieben ihn! Ernte ab Ende Juni. Möglichst nur die oberen Blätter schneiden, Pflanze treibt dann wieder aus. Gut feucht halten.
Geschmack: stark-würzig, gut zu südlichen, asiatischen Gerichten, Tomaten, Käse, Salat.

Bohnenkraut
Je nach Varietät höheren (Sommer-) oder buschiges Kraut; erdnah oft verholzt, kräftige dunkelgrüne kleine Blättchen, die sich hart anfühlen. Kleine, lila-weiße Blüten. Duftet im Sonnenlicht und bei Berührung. Wird von Bienen geliebt.
Ernte im Mai, auch mit Blüte.
Geschmack: stark würzig, wird als Blättchen oder Zweig mitgekocht. Passt auch aufs Butterbrot und zu allen südlichen Gerichten. Gut zu trocknen.

Brennnessel
Wächst wild aus langen Rhizomen; steht überall im Gelände verteilt. Grüne, dichtstehende Einzelstängel; wird bis zu 1 m hoch. Weißlich-grüne hängende Blütentrauben.
Ernte der ersten Blätter ab Ende März, kann immer wieder bis zur Blüte geschnitten werden.
Verwendung: Sehr wertvolle Wildpflanze, verwendbar in Suppe (wie Spinat); getrocknet als Tee.

Dill
Einjährige Pflanze. Wird bis zu einem Meter hoch. Gelbe strahlige Blüten, riecht scharf. Längsgestreifter Stiel mit kahlen, blaugrünen Blättchen, dreiteilig-fransenförmig.
Ernte: Sprossspitzen ab August, Früchte im August/September. (Nicht verwechseln mit Anis und Fenchel!)
Geschmack: aromatisch, aber zart. Wird gerne zu Gurken und Fisch verwendet, zu Salatmarinaden, Quark und Kräutersalz.

Kamille, echte
Einjährige Pflanze, die es wild oder als Kulturpflanze gibt. Wird etwa 50–80cm hoch. Wächst wild gerne auf frisch aufgeschütteter Erde oder, mit Mohn kombiniert, in Getreidefeldern. Relativ feine Stängel mit zartem Grün, oben leuchtend weiße Blüten mit einer leuchtenden gelben Mitte. Ein sicheres Kennzeichen für die echte Kamille ist das hohe gelbe Blütenköpfchen und der starke Duft.
Ernte ab Beginn der Blüte.
Geschmack: ätherisch, enthält Azulen. Gilt als Heilpflanze.

Liebstöckel
Gehört zu den Doldenblütlern und ist eine mehrjährige Gewürzpflanze, die im Frühjahr aus der Wurzel treibt. Sie hat hohle Stängel. Starker, intensiver Geruch. Wird in der Blütezeit bis zu 2m hoch. Blätter sind glatt, gefiedert, hellgrün.
Ernte ab Mitte bis Ende April, die Wurzel im Herbst.
Geschmack: kräftig und intensiv, wird auch Maggikraut genannt. Verwendung zu Suppen, Kartoffeln, Auflauf; kann gut getrocknet werden.

Majoran
Mehrjähriges, erdnahe verholztes, stark verzweigtes Küchenkraut. Nicht verwechseln mit Thymian oder Bohnenkraut! Die runden Blättchen sitzen gegenständig am Zweig, treiben aus den Blattachseln wieder neue Zweige. Rispenförmige Blüte mit lila-weißen Blütenbüscheln. Sehr gern von Bienen besucht.
Ernte ab Ende Juni bis September.
Geschmack: aromatisch, gut zu Suppen, Kartoffeln, Pizza, Wurst, Fleisch. Bei Kartoffelsuppe mitkochen.

Melisse
Mehrjährige Pflanze, die ab April aus dem Wurzelstock austreibt und mittels Rhizomen durch den Garten wandert. Erdnah gerne verholzt. Wird bei guten Bedingungen bis zu einem Meter. Vierkantiger Stängel; ovale, gezähnte Blätter. Duftet gut. Blüten und weitere Verzweigungen aus den Blattachseln.
Ernte ab Mitte bis Ende Mai.
Geschmack: etwas zitronig. Wirkstoffe sind u.a. Linalool, Geraniol, Bitterstoffe. Kann gut getrocknet werden. Sehr bekannt als „Melissengeist“ in der Kosmetik. Hat ausgleichende, beruhigende Wirkung.

Petersilie
Gehört zu den Doldenblütlern. Petersilie ist eine zweijährige grüne, kräftig schmeckende Blattpflanze in glatter oder krauser Varietät. Eine Besonderheit ist die Petersilienwurzel, sie schmeckt leicht süß und gehört zu jeder Suppe.
Ernte ab Ende April, im Topf schon früher.
Geschmack: kräftig, würzig, passt zu vielen Gemüsen oder Salaten, Kartoffeln, Quark. Kann gut getrocknet werden.

Pfefferminze
Mehrjährige, stark wurzelnde Pflanze; verbreitet sich durch Rhizome im ganzen Garten. Starker Duft. Oft vierkantiger Stiel, manchmal rötlich. Grüne, bis rötlich-grüne Blätter, Blüte lila-weiß, anziehend für Bienen und Hummeln.
Ernte ab Ende Mai, bei guten Bedingungen vier- bis fünfmal im Jahr. Es gibt viele verscheidene Sorten. Apfelminze ist eine mildere Variante.
Verwendung: Lässt sich gut trocknen für Tee. Nana-Minze passt gut zu Möhren.

Pimpinelle
Gehört zu den Doldenblütlern oder zur Familie der Rosengewächse. Buschiger, niedriger Strauch. Mehrjährig, der sich gerne im Garten verbreitet. Hat einen kantigen rötlichen Stiel, an dem Blättchenrispen sitzen. Die Blätter sind rundlich, bis spitz, fein gezähnt, auf der Unterseite heller.
Ernte ab Ende April.
Geschmack: frisch, neutral zu anderen Gewürzen passend. Gehört zu den sieben Kräutern für die Frankfurter „grüne Soße“ und wurde schon von Hildegard von Bingen empfohlen.

Rosmarin
Immergrün; erdnah verholzter Strauch; längliche, dichtsitzende grüne Blätter (Nadeln), die etwas „harzig“ sind. Kann bei idealen Bedingungen 2–3m hoch werden. Gibt im Sonnenlicht ätherische Düfte ab. Hier in Deutschland im Winter frostempfindlich. Hat kleine zartblaue Blüten in den oberen Blattachseln. Ernte ab Anfang Juni bis August.
Geschmack: stark würzig, viele Gerichte wie Kartoffeln, Aufläufe, Pizza, Gnocci, Likörzutat, Kosmetik. Kann gut getrocknet werden (vorher zerkleinern!).

Salbei
Mehrjähriger, immergrüner, z.T. verholzter Strauch. Wird in der Blüte bis zu einem Meter hoch. Lange dunkellila Blütenrispen, von Bienen und Hummeln sehr geliebt. Riecht bei Berührung stark, fast aufdringlich. Die Blätter sind grau-grün, fühlen sich samtig an. Wie Rosmarin etwas harzig.
Ernte ab Frühjahr bis zum späten Herbst.
Geschmack: Bitter, aromatisch. Viele ätherische Öle. Passt gut zu südländischen Gerichten; Salbeibutter; Salbeitee.

Sauerampfer
Mehrjährige Wildpflanze mit langer Pfahlwurzel. Wird bis zu einem Meter hoch. Verzweigte Pflanze mit dicken, eckigen Stielen, oft rötlich. Blätter länglich, gerundet, lanzettlich rötlich. Kerzenförmige Blüten.
Hat einen hohen Vitamin-C-Gehalt.
Ernte ab Blütebeginn im April, das ganze Jahr möglich.
Geschmack: frisch-säuerlich; würzige Beigabe zu Salat; zählt zu den sieben Kräutern für die Frankfurter „grüne Soße“. Vorsicht: Enthält Oxalate, nicht zu viel essen!

Schafgarbe
Mehrjährige, erdnahe verholzte Pflanze, die auch aus Wurzelausläufern neu austreibt. Dichte, stark gefiederte Blätter als Rosetten. Wird je nach Bodenqualität bis 60 cm hoch. Am Trieb viele kleine Blüten, die dicht beieinander sitzen; weiß, mit kleinen gelben Blütenmitten.
Ernte ab Blüte bis September, Blüte und Blatt.
Geschmack: würzig, herb bis bitter. Wird als Hausmitteltee angewandt.

Schnittlauch
Fein- bis grobrührige grüne Halme, die dicht beieinander stehen. Kann bei milder Witterung ab März geerntet werden, winterhart. Ernte das ganze Jahr über, die Blüten sind als Knospen essbar.
Geschmack: Zwiebelartig. Passt zu allen pikanten Speisen. Nicht mitkochen, nicht einfrieren.

Thymian
Auch Quendel genannt. Niedriger, im unteren Bereich verholzter Strauch, 20–30 cm hoch, verschiedene Varietäten. Dicht am Austrieb, kleine dunkelgrüne Blätter, die aus den Blattachseln lila-weiße Blüten treiben. Entwickeln einen starken, aromatischen Duft (Thymol). Winterhart.
Ernte ab Mitte Mai bis Herbst. Beliebte Bienenpflanze.
Geschmack: Kräftig, würzig durch die ätherischen Öle. Lässt sich gut trocknen. Passt gut zu Salaten, Fleisch, Pizza, Nudelsoßen, Tomaten, Tee.

Waldmeister
Wohlriechendes Labkraut; mehrjährige grüne zart-zerbrechliche Pflanze mit kleinen weißen Blüten an der Spitze. Auffällig sind die quirl-ständigen Blättchen, meist acht Stück.
Ernte an Mitte April bis Mai/Juni. Bei der Ernte den unteren Teil der Pflanze stehen lassen. Im Wald entstehen oft ganze Teppiche, da die Pflanze nach Laubabfall im nächsten Frühjahr neu aus den Quirlen austreibt.
Geschmack: frisch, mild, vor Verwendung antrocknen lassen. Enthält Cumarin, Vorsicht bei der Verwendung!

Wermut
Mehrjähriger, stark verzweigter Busch mit stark gefiederten Blättern, grausilber-grün. Im Sommer gelbe Blüten, die „nicken“. Ernte ab Juni.
Ist die Grundlage für Absinth (Vorsicht: Kann zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen!) und wird als Bitterstoff im Martini eingesetzt. Gilt aufgrund seiner Bitterstoffe als verdauungsfördernd.
Geschmack: extrem bitter. Der bittere Bruder ist der Beifuss.