FAQs

Unsere „Frequently Asked Questions“ und die entsprechenden Antworten dazu …

  • 1.Grundsätzliche Fragen
  • Was sind die Ziele einer Solawi?

    Die Hauptziele der solidarischen Landwirtschaft auf Gut Wegscheid sind kurz zusammengefasst folgende:

    • Solidarisches Teilen der Ernte, aber auch des landwirtschaftlichen Risikos
    • Versorgung mit saisonalen, regionalen Lebensmitteln (Gemüse, Obst, Eier Brot u.a.)
    • Erzeugung nach Demeter-Richtlinien
    • Das Betreiben einer Landwirtschaft, die dem Boden, dem Land und der Landschaft dient
    • Respektvoller Umgang mit den Tieren
    • Erzeuger und Verbraucher kennen einander und wissen voneinander
    • Wertschätzung der Lebensmittel, u.a. durch die Möglichkeit der Mitarbeit
    • Einen solidarischen Umgang miteinander praktizieren

     

  • Solidarisch – was bedeutet das eigentlich?

    Wer bei der Solawi mitmacht, zahlt nicht für das einzelne Gemüse, sondern für eine gesunde Landwirtschaft.

    Jedes Mitglied erklärt sich bereit, die Landwirtschaft auf Gut Wegscheid für eine Saison (also für ein Jahr) mit zu finanzieren und dafür einen Teil der Ernte zu erhalten (sog. „Ernteanteil“). Es wird ein Beitrag pro Saison gezahlt, der monatlich oder jährlich im Voraus beglichen werden kann (100 € pro Monat für einen großen Ernteanteil, 50 € für einen kleinen). Mehr dazu unter „Mitglied in der Solawi Aachen werden“.

    Wir arbeiten bei der Solawi nach dem Grundsatz: Wir ernten alles, was man essen kann, auch wenn es nicht die EU-Gemüse-Norm erfüllt. Es gibt also bei den Gemüsesorten teilweise Größenunterschiede der einzelnen Gemüse. Und auch die schrumpeligen und kleinen Kartoffeln gehören mit zum Ernteanteil – manchmal sind die sogar die leckersten 😉

  • Auf welchen Grundsätzen steht unsere Solawi?

    Die wichtigsten Grundsätze unserer Solawi stehen in unserer Grundsatzerklärung (s.a. „Mitglied werden“), die jedes Mitglied bei Vertragsabschluss durch Unterschrift des Lastschriftmandats akzeptiert. Diese Erklärung hängt auch am schwarzen Brett in der Ausgabe. Keine Sorge, es gibt nicht viel zu lesen – wir haben es kurz gehalten 😉

  • Großer oder Kleiner Anteil – welcher ist für mich der richtige?

    Ob man als neues Mitglied einen großen oder einen kleinen Ernteanteil braucht, um satt zu werden, kann nicht allgemein beantwortet werden. Die Menge hängt stark von den Koch- und Ernährungsgewohnheiten und dem eigenen Hunger ab. Faktoren, die es so schwierig machen, hier eine Empfehlung auszusprechen, sind folgende:

    • die unterschiedliche Menge, die jeder Mensch isst
    • wie oft und was man täglich isst
    • ob die Gemüsemenge die gesamte Mahlzeit stellt oder eher als Beilage verwendet wird
    • welche Gemüse einem schmecken.

    Auf der Grundlage dieser Unwägbarkeiten und unter der Voraussetzung, dass das Gemüse zwar Hauptbestandteil, aber nicht einzig sättigender Faktor der Mahlzeiten ist, gelten folgende Empfehlungen:

    Mit einem großen Anteil kann man für zwei Personen im Schnitt schon 3–5 Mahlzeiten pro Woche kochen. Kocht man eher nur für sich alleine, dann sind es bei einem kleinen Anteil vielleicht 2–3 Mahlzeiten pro Woche.

    Versorgt man eine vierköpfige Familie, kann ein großer Anteil auch ausreichend sein, allerdings sollte es dann niemanden wundern, wenn die Bohnen mal nicht für alle reichen 😉

  • Woraus besteht ein Anteil genau?

    Ein („großer“) Anteil besteht aus der entsprechende Menge der Ernte der laufenden Woche. Bei ca. 200 Anteilen wird also die Erntemenge z.B. der Kartoffeln, Bohnen oder Tomaten durch 200 geteilt. Da unser Anbau vielfältig gehalten ist, enthält ein Anteil zwischen 4 (im Winter) und 8 (im Sommer) verschiedenen Gemüsesorten (plus Obst je nach Jahreszeit). Auch die Eier werden gezählt und entsprechend aufgeteilt. Zu einem Anteil gehört auch ein Brot (da die Kapazität der Backstube im Moment an ihre Grenzen stößt, reicht das Brot für alle, wenn jeder ab und zu Getreide statt Brot mitnimmt).

    Wir haben uns bewusst dafür entschieden, eher „mehr Sorten pro Anteil“ als „mehr von einer Sorte“ auszugeben, da ein Anteil für eine Person gedacht ist. So gibt es Abwechslung auf dem Tisch und es wird vermieden, dass eine Einzelperson mit vier Salaten pro Woche nach Hause geht. Wenn eine Familie oder WG aus mehreren Erwachsenen besteht, sind eineinhalb, zwei oder mehr Ernteanteile empfehlenswert, wenn man bei den einzelnen Sorten „auf Masse“ kommen möchte.

  • Wie groß ist ein Ernteanteil übers Jahr?

    An der Zusammenstellung der Ernteanteile zeigt sich der saisonale Einfluss. Im Sommer und Herbst gibt es deutlich mehr Vielfalt und Menge. Im Winter und Frühjahr entsprechend mehr Lagergemüse und auch mal zugekauftes Gemüse in der „saure-Gurken-Zeit“.

    Regenmenge und Sonnenscheindauer sind für das Wachstum entscheidend, und da vollständig auf chemische Düngemittel verzichtet wird, können auch Unkraut oder Schädlinge die Ernte stärker beeinflussen als bei konventionellen Betrieben.

    Generell gilt: Mit der Solawi leben heißt mit der Natur leben!

  • Wer entscheidet, welches Gemüse es gibt?

    Was die Gemüsevielfalt angeht, orientiert sich Daniel zum einen an den Wünschen der Mitglieder und zum anderen natürlich daran, was machbar und wirtschaftlich anzubauen ist. Die Gemüsewünsche der Mitglieder wurden zu Beginn in Umfragen abgefragt. Daniel versucht, diesen Bedarf sowohl von den Sorten auch als von der Menge her, so gut es geht, zu decken.

    Zudem wächst das Angebot einer Solawi natürlich auch durch Erfahrung. Von Zeit zu Zeit ändert Daniel die Anbaupläne hier und da, um der Fruchtfolge Genüge zu tun, aber auch, weil sich bestimmte Sorten als ertragreicher erwiesen haben oder andere auf unseren Böden einfach nicht funktionierten.

  • Muss ich auch selber ernten?

    Im Großen und Ganzen: nein. Die Ernte wird von Daniel und seinen Mitarbeitern Mittwochs und Donnerstags eingebracht.

    Aber: Jeder, der Lust hat, kann nach Absprache am Hof mithelfen: an den regelmäßig stattfindenden Mitarbeitstagen (ca. einmal monatlich). Dort kümmern wir uns gemeinsam ums Unkraut, ernten Kartoffeln, reparieren Zäune, … was eben gerade so an Arbeit anfällt und gut von vielen bewältigt werden kann.

    Wer aber von unseren köstlichen Himbeeren, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Kirschen und Pflaumen kosten möchte, der muss sich selber auf den Weg in unser schönes Gelände machen und direkt „von der Hand in den Mund leben“ 😉

  • Wie ist die Solawi organisiert?

    Die Solawi besteht aus dem Landwirt und den Mitgliedern (alle Personen, die aktuell Anteile gezeichnet haben). Unser Landwirt Daniel übernimmt aufgrund seiner Ausbildung und Tätigkeit die Betreiberverantwortung. Er tritt dabei rechtlich gesehen als Einzelunternehmer auf, der mit jedem Mitglied einen Einzelvertrag abschließt. Die Solawi ist ganz bewusst nicht als Verein organisiert und hat auch ansonsten keine eingetragene Organisationsform.

    Aus dem Kreis der Mitglieder bilden sich zwei Organisationsteams: die Kerngruppe und die Finanzgruppe.
    Die Kerngruppe trifft sich einmal monatlich und besteht zurzeit aus zehn Personen mit Daniel. Sie bespricht und plant Dinge wie Mitgliederverwaltung und Öffentlichkeitsarbeit und die Organisation von Aktivitäten für die Gemeinschaft (Hoffest, Kaffee bei der Ausgabe, Mitgliederversammlung, etc.).
    Die Ergebnisse der Treffen werden in Protokollen festgehalten und in der Ausgabe ausgehängt. Alte Protokolle werden in einem Ordner gesammelt. Wer regelmäßig bei der Kerngruppe mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen, bei den Treffen mitzumachen.

    Die Finanzgruppe trifft sich alle drei Monate, um die aktuelle finanzielle Situation einzusehen und zu besprechen. In der Finanzgruppe wirken Mitglieder, die sich beruflich und/oder privat gut mit der Finanzverwaltung von Organisationen auskennen. Zur Zeit sind das neben Daniel drei Mitglieder.

  • Welches Mitspracherecht haben die Mitglieder?

    Die Solawi auf Gut Wegscheid ist ein transparenter landwirtschaftlicher Betrieb. Jedes Mitglied hat Einsicht in den jährlichen Finanzplan und auf Wunsch auch in die Jahresabrechnung. Auf der jährlichen Mitgliederversammlung und nach Absprachen auch während des laufenden Betriebs beantworten die Kerngruppe und Daniel alle anfallenden Fragen gern.

    Das Mitspracherecht als solches ist jedoch aus organisatorischen Gründen eher begrenzt. Daniel als Betriebsleiter hat das größte Fachwissen und den größten Überblick – und er muss den Betrieb nach den gegebenen Erfordernissen führen können. Deswegen haben wir uns bewusst gegen ein Modell entschieden, das basis- oder anderswie demokratisch funktioniert. So können Reibungsverluste vermieden und die vorhandene Arbeitskraft kann möglichst effektiv für alle eingesetzt werden.

  • Lohnt sich die Solawi finanziell?

    Ein klares Ja – die Solawi lohnt sich finanziell. Und zwar für alle Beteiligten.

     

    • Für den Bauern, weil er weiß, dass er das, was er produziert, auch absetzen kann, und das zu einem fairen Preis .
    • Für die Mitglieder, da sie keine Transportwege, keine Werbung und keinen Groß- und Zwischenhandel mitfinanzieren müssen.

     

    Zwar variiert die Menge dessen, was man wöchentlich mit nach Hause nehmen kann, jahrezeitlich, aber im Schnitt zahlen die Mitglieder einen vergleichsweise sehr guten Preis für ihre Lebensmittel. Und das sind Lebensmittel, die man nicht überall bekommt:

     

    • Sehr frisch geerntet – extrem kurze Transportwege
    • Sorten, die anderswo nicht angeboten werden, weil sie sich nicht dazu eignen, lange in Kisten zu liegen und hin- und hergeschüttelt zu werden
    • Durchgehend Demeter-Qualität
  • 2.Fragen zur Abholung
  • Was von dem Gemüse darf ich mitnehmen und wie geht das?

    In der Ausgabestelle auf den Tafeln an der vom Eingang aus linken Wand oder auf den Beschilderung direkt am Gemüse sind die Mengen für einen kleinen oder großen Anteil angegeben.

    Dann muss man einfach nur noch das Gemüse entsprechend abwiegen und einpacken. Zum Einpacken bitte eigene Beutel/Tüten/Eierkartons etc. mitbringen, wir haben kein Verpackungsmaterial vorrätig. Das Brot ggf. mit dem bereitliegenden Messer teilen. Nach Hause fahren und etwas leckeres mit den Sachen kochen.

  • Solidarisch abholen – was heißt das ganz praktisch?

    Wir arbeiten bei der Solawi nach dem Grundsatz: Wir ernten alles, was man essen kann, auch wenn es nicht die EU-Gemüse-Norm erfüllt. Es gibt also bei den Gemüsesorten teilweise Größenunterschiede der einzelnen Gemüse. Und auch die schrumpeligen und kleinen Kartoffeln gehören mit zum Ernteanteil.

    Die Beobachtung zeigt, dass die großen Gemüse meist schneller weg sind und sich zum Ende der Ausgabe die kleinen Salate, Zwiebeln und Kartoffeln mehren. Den Griff zum größten Salat sind wir aus dem Supermarkt gewohnt. Aber mit dem Wissen, dass wir alle in einem Boot sitzen, kann man ab und zu vielleicht auch den anderen den Vortritt lassen. Oder aber man nimmt in der einen Woche mal den größeren und nächste Woche den kleinsten Salat, den man in der Kiste findet.

  • Was bedeutet Teil-Ecke?

    Manchmal reicht das Gemüse einer Sorte nicht zum Aufteilen auf alle Ernteanteile. Dieses Gemüse liegt dann in der „Teil-Ecke“ zum solidarischen Teilen.

  • Was ist das für ein Tausch-Korb?

    Jeder, der etwas von seinem Gemüse nicht mag oder dem es zu viel ist, kann diese Sachen in den „Tausch-Korb“ legen. Dafür kann man sich, wenn man möchte, etwas anderes aus dem Korb herausnehmen.

  • Kann man das Gemüse nicht auch woanders abholen?

    Ein gemeinsamer Ausgaberaum auf dem Hof hat den Vorteil, dass keine zusätzlichen Transportwege anfallen und das Gemüse frischer bereitgestellt werden kann. Zudem stärkt dies die Verbindung zu unserem wunderschönen Hof und den anderen Mitgliedern.

    Wem der Weg dennoch zu weit ist, kann sich mit anderen Mitgliedern organisieren und zum Beispiel Abholgemeinschaften gründen.

  • Wer darf sich Getreide nehmen?

    Alle, die kein Brot möchten, können alternativ Getreide mitnehmen. Anstatt einem Brot (1 kg) kann man 2 kg Getreide mitnehmen (kleiner Anteil: 0,5kg Brot = 1kg Getreide). Der Unterschied im Gewicht entsteht aus der zusätzlichen Arbeitsleistung (in dem Fall der Bäckerin). Wir haben uns anfangs entschieden, diese Arbeitsleistung als Wert in die Getreidemenge mit einfließen zu lassen.

    Das Getreide kann bei Bedarf in der Mühle im Ausgaberaum direkt gemahlen werden. An der Mühle findet Ihr eine Anleitung: bitte behandelt sie sorgsam und fragt bei Bedarf andere Mitglieder oder Daniel (Telefonnummer am Schwarzen Brett) um Hilfe!

  • Wie funktioniert die Ernte im Kräutergarten?

    Der Kräutergarten ist für alle Mitglieder frei zugänglich und steht zur Selbsternte zur Verfügung. Die Erntemengen sollten sich nach dem Zustand der Pflanzen und eben nach den solidarischen Prinzipien richten. Und: wenn jeder, der Kräuter erntet, auch ein paar Beikräuter (also dass was wir als Unkraut kennen) mit herausnimmt, tut er dem Beet etwas Gutes und fördert das Wachstum.

    Im Kräutergarten gilt übrigens das gleiche wie auf den großen Feldern: probieren geht über studieren! Deshalb ist die Bepflanzung jedes Jahr unterschiedlich. Auf den Tontöpfen an den kleinen Stangen stehen die Namen der Kräuter.

  • Wer reinigt den Ausgaberaum nach der Ausgabe?

    Der Ausgaberaum muss jedes Mal nach der Ausgabe aus hygienischen Gründen gereinigt werden. Wir und das Gemüse hinterlassen halt unsere Spuren. Seit Mitte 2014 werden unsere Räume durch eine bezahlte Reinigungskraft geputzt.

    Um das Wegräumen der Kisten, auch während der Ausgabe, und um das Aufräumen am Abend/am Samstagmittag kümmern wir uns jedoch als Mitglieder immer noch selbst. Im Ausgaberaum liegt ein Plan aus, in den sich jede/r eintragen kann. Dort gibt es auch eine Liste, auf der steht, was wohin kommt.

    Bei fast 300 Mitgliedern und weniger als 100 Ausgabetagen im Jahr reicht es theoretisch, wenn jeder einmal im Jahr mithilft. Pro Ausgabetag ist die Arbeit für zwei Mitglieder im Nu getan. Und hinterher kann man noch ein bisschen in der Sonne sitzen und die Katze streicheln, wenn sie denn vorbeikommt …

  • Wieso werden die Beerenfrüchte, Pflaumen und Kirschen nicht im Ausgaberaum bereitgestellt?

    Kirschen, Himbeeren und Pflaumen z.B. halten sich sehr schlecht, wenn sie gepflückt und in großen Kisten bereitgestellt werden. Wir haben das im ersten Ausgabesommer gemerkt und damit aufgehört.

    Die Alternative wäre, die Früchte in kleine Pappkartons abzufüllen und so auszugeben – das würde aber einen großen Müllberg erzeugen. Und auch das wäre haltbarkeits- und arbeitstechnisch für Daniel und seine Helfer kaum zu leisten.

    Außerdem ist es immer wieder ein großes Sommervergnügen, sich auf dem Gelände von Gut Wegscheid aufzuhalten und sich seine Köstlichkeiten dort direkt in den Korb bzw. in den Mund zu pflücken!

    Da es Mitglieder gibt, denen es aus körperlichen Gründen nicht möglich ist, in die Himbeerhänge zu gehen oder die Pflaumen aufzusammeln, kann jeder, der etwas erntet, ein bisschen mehr mitbringen, das er dann für diese Mitglieder zur Verfügung stellt – ganz solidarisch.

  • Wo kann ich Fragen stellen, Lob oder Änderungswünsche loswerden?

    Die Solawi lebt von der Gemeinschaft und dem Dialog, deshalb sollte sich jeder melden, wenn er etwas loswerden möchte!

    Alle Mitglieder können jederzeit Vorschläge, Wünsche und Kritik gegenüber dem Landwirt und der Kerngruppe äußern, z. B. per E-Mail (kerngruppe@gut-wegscheid.de), über den Postkasten im Ausgaberaum, über das dort ausgelegte Buch oder auch persönlich bei Daniel oder über die Mitglieder der Kerngruppe.

    Wir beantworten gerne Eure Fragen. Auch andere Mitglieder wissen oft Dinge, mit denen Ihr vielleicht nicht zurecht kommt. Traut Euch – oft entstehen nette Gespräche daraus.

  • 3.Hintergründe
  • Wo wird Obst und Gemüse angebaut?

    Zu Gut Wegscheid gehören ca. 15 Hektar Land, davon ca. 8 Hektar Grün- und 7 Hektar Ackerland. Ein Hektar ist in etwa so groß wie eineinhalb Fußballfelder.

    Direkt hinter dem Hof und um den Hof herum sind 7 Hektar Grünland. Dort finden sich die Obstbäume, die Beerensträucher, ein kleineres Feld, ein mittelgroßer und ein kleinerer Folientunnel und die Weiden für die Schafe und Hühner. An der oberen rechten Seite des Hofgeländes gibt es nochmal einen Hektar Grünland auf einer extra Wiese.

    Die Feldflächen liegen links vom Dreiländerweg (ca 4,5 Hektar), am Gemmenicher Weg diesseits (ca. 1,5 Hektar) und jenseits der Bahnlinie (ca. 1 Hektar).

    Seit Mai 2016 sind zudem ca. 0,5 Hektar Folientunnel am Kronhof in Aachen-Forst dazugepachtet worden. Eine Übersichtskarte für die Flächen hängt im Ausgaberaum hinter der Tür.

  • Warum wird ab und zu Gemüse dazu gekauft?

    In Zeiten von saisonalen Schwankungen und in den Jahreszeiten, in denen unser Lagergemüse knapp, neues Gemüse aber nocht nicht vorhanden ist, ist es notwendig, Gemüse von anderen Höfen dazu zu kaufen, um allen Mitgliedern gerecht zu werden.

    Die Zukäufe stammen zu 80% von regionalen Bio-Betrieben im Umland von Aachen (meist von Ingo Went – Gut Kalkofen und vom Gut Paulinenwäldchen). Bei einigen Gemüsesorten wird die Solawi langfristig mit anderen Betrieben kooperieren, da der Aufwand für den Eigenanbau teilweise in keinem Verhältnis zum Ertrag steht und bestimmte Gemüsesorten sonst gar nicht dabei wären (z.B. Möhren).

  • Wo wird das Brot gebacken und wer macht das?

    In der hofeigenen Backstube (das ist das kleine weiße Gebäude in der hinteren rechten Hofecke), backt Ina jede Woche das Brot. Dienstags und mittwochs werden die Ansätze der Teige und Vorteige vorbereitet, donnerstags ist Backtag. Dann wird der Teig geknetet, gehen- und ruhen gelassen, anschließend abgewogen, geformt und wieder ruhen gelassen, bis die Teiglinge schließlich in den Ofen geschoben und zu dem Brot gebacken werden, wie es fast jede Woche im Ausgaberaum liegt.
    Gibt es hofeigenen Roggen, wird dieser mit der Backstubenmühle selbst gemahlen und direkt im Brot verbacken.

     

  • Ist das Brot aus eigenem Getreide gebacken?

    Manchmal teilweise ja, wenn die eigene Getreideernte ausreicht und gute Backeigenschaften besitzt. Nicht jede Getreideernte ergibt automatisch gutes Back-Getreide. Entscheidend ist neben der Größe der Körner auch der Gluten- und Feuchtigkeitsgehalt.  Da wir nicht immer und nicht immer ausreichend viel Getreide produzieren (und vor allem nicht alle Sorten), ist ein Großteil des Getreides, das wir zum Backen verwenden, zugekauft.

    Brote aus Dinkelmehl sind übrigens in der Regel etwas kleiner als die restlichen Brote, weil Dinkel im Einkauf deutlich teurer ist als die anderen Getreidesorten wie Roggen und Weizen.

  • Wie groß ist die Eiermenge übers Jahr?

    Seit 2014 sind jährlich knapp 100 Hühner und einige Hähne auf Gut Wegscheid zuhause. Sie legen fleißig Eier für uns.

    Nach ca. 1–2 Jahren geht die Legeleistung der Hühner leider deutlich zurück. Die Eiermenge ist dann irgendwann so klein, dass neue Hühner angeschafft werden müssen. Momentan lebt die dritte Generation Hühner bei uns auf dem Hof.

    Die Hühner stammen übrigens aus einem deutschen Demeter-Zuchtbetrieb. Die bei der Zucht schlüpfenden Hähne werden in diesem Betrieb ebenfalls aufgezogen.
    In der Regel werden die männlichen Küken heutzutage kurz nach dem Schlüpfen getötet, da es nicht wirtschaftlich ist sie, aufzuziehen (50 Millionen pro Jahr allein in Deutschland).


  • Was passiert mit den alten Hühnern?

    Da ein Mischen von alten und neuen Hühnern nicht möglich ist, muss einmal jährlich der gesamte Bestand auf einmal ausgetauscht werden. Die alten Hühner werden dann geschlachtet. Das Fleisch wird den Mitgliedern zur Verfügung gestellt.

    Wie die Aufteilung erfolgt, wird vorab bekanntgegeben. Es hängt unter anderem davon ab, wie viele Mitglieder überhaupt ein Huhn haben wollen.

  • Wieso gibt es im Frühjahr keine eigenen Äpfel?

    Um Äpfel über den Winter zu konservieren, braucht es

    a) Einen sehr hohen Arbeitsaufwand beim Pflücken und Einbringen/Einlagern, um Druckstellen zu vermeiden

    b) Spezielle Vorrichtungen (z.B. Waschstraßen oder Geräte zur Behandlung mit biologischen Stroffen, die den Faulprozess aufhalten)

    c) Permanenten Überwachung der Apfelbestände

    Das ist für uns weder logistisch noch vom Arbeitspensum her zu leisten. Deswegen kommen die Äpfel frisch in die Ausgabe, wenn Erntezeit ist und ein Teil wird am Hof in gemeinsamen Apfelsaft-Pressaktionen zu Apfelsaft verarbeitet, der dann in den Wintermonaten zur Verfügung steht.