Projekt Gut Wegscheid

Herzlich willkommen

Monat: Oktober 2019

Gut Wegscheid: Die Anfänge

2012 war für mich ein Jahr des Wunders. Ich wurde – durch ein Wunder – in die Lage versetzt, Gut Wegscheid zu erwerben. Es fand sich – durch ein Wunder – eine lustige, kraftvolle, lebendige Gruppe zusammen, die mit mir innerhalb von ein paar Monaten die Grundlage schuf, eine Solawi an Wegscheid auf die Beine zu stellen.

Es fand sich ein Landwirt. Die Solawi begann. Die erste Ernte wurde verteilt. Im Ausgaberaum türmte sich frisches Gemüse, liebevoll arrangiert, es gab Kaffee und Kuchen, es wurde gequatscht, gelacht, zusammen angepackt und entschieden. Jede Ausgabe war ein Fest. Man kam gar nicht mehr runter vom Hof, weil immer wieder jemand auftauchte, mit dem ein neues Gespräch entstand. Die Backstube war in Betrieb und produzierte jede Woche Brot für alle, frisch, knusprig, und wenn man die Auffahrt hochkam, duftete es schon von unten nach Brot.

Diese ersten Monate werde ich nie vergessen. Sie gehören zum Schönsten, was ich je erlebt habe, und ich weiß aus vielen Gesprächen, dass es nicht nur mir so ging. Ich freue mich schon darauf, wenn genau dieser Spirit wieder auf Wegscheid einzieht und bin bereit, alles zu tun, damit genau das nach dem  Pachtende (im November 2022) wieder geschieht.

Wer einen Pachtvertrag schließt …

Wer einen Pachtvertrag schließt, also Land oder Gebäude zur Nutzung vermietet, sollte dies mit offenen Augen tun.

Leider waren meine Augen Anfang 2013 an manchen Stellen fest geschlossen.
Wenn eine Gebäude, ein Gelände, wie das von Gut Wegscheid, von mehreren Parteien genutzt wird, ist es für einen Pachtvertrag unabdingbar, dass beiden Parteien ein Wegerecht eingeräumt wird.

Dass dieses Wegerecht im Pachtvertrag von Gut Wegscheid nicht eingefügt wurde, fällt mir als Verpächterin nun auf die Füße, da sein Fehlen vom Pächter als Hebel eingesetzt wird.

Das hat zum Beispiel zur Folge, dass 240qm frisch sanierten, denkmalgeschützten Wohnraums an Wegscheid seit Januar 2018 leerstehen. Das hat auch zur Folge, dass ein Raum im Nordhaus, der eigentlich zur Nutzung durch die Solawi gedacht war (für Treffen der Kerngruppe, für Workshops, um mal gemeinsam einen Film zu schauen) nicht oder nur sehr eingeschränkt zu diesem Zweck genutzt werden kann.

Also: Augen auf beim Verpachten 😉

 

Die Bauphase

Als im August 2012 der Kaufvertrag mit dem Ehepaar Koppenhöfer unterschrieben wurde, begann für Wegscheid wieder eine neue Epoche. Nachdem Koppenhöfers 1996 den Hof von der Stadt Aachen kaufen konnten, begannen sie mit viel Liebe und Akribie, den Hof zu einem praktischen und gemütlichen Ort zu machen.

Der ehemalige Stall wurde saniert und zum Wohnhaus umgebaut, die Scheune aus knietiefem Wasser gerettet, ein Laden gebaut. 2016 dann begann ich mit Hilfe eines engagierten Bauteams, das bisher vernachlässigte Nordhaus auf der linken Hofseite zu sanieren. Wohnungen wurden geplant, Vereinbarungen mit dem Denkmalschutz getroffen, und dann begann die eigentliche Umbauphase. 2016 wurde Richtfest gefeiert – und heute prunkt der Hof mit einem baubiologisch renovierten und sanierten „Haupthaus“. Dieses Haus ist nämlich das einzige, das mit seiner Fassade nach außen in Richtung der alten Vaalser Straße blickt. Warum dieses Haus bis heute nicht bewohnt ist? Siehe hier.

Die Bauphase, die eigentlich schon 2013 mit den ersten Planungen begann, gehört zu den anstrengensten und lehrreichsten Zeiten meines Lebens. Und sie ist – dank der sorgfältigen Auswahl der Firmen und PlanerInnen – fast ganz reibungslos verlaufen. Zu verdanken habe ich das unter anderem auch der hervorragenden Planung und Koordination durch den Architekten Robert Hermsen, und dem Baubüro Linie4 (Stephan Preikschat, Benedikt Neumann und Maria Traiforou). Zum Dankeschön an die anderen beteiligten Firmen geht es hier …

Gut Wegscheid – die Vision

Als ich im Herbst 2012 die Gelegenheit bekam, Gut Wegscheid für eine Solawi zur Verfügung zu stellen, tat ich das, um dem Hof eine auskömmliche, gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft zu ermöglichen. Wenn der aktuelle Pachtvertrag im November 2022 ausläuft, wird genau das an Gut Wegscheid wieder stattfinden.

Nämlich eine Landwirtschaft, die (wie bisher, und dafür danke ich dem aktuellen Pächter und seinen MitarbeiterInnen ausdrücklich):

  • schmackhaftes, gesundes und frisches Gemüse erzeugt
  • konsequent biologisch-dynamisch produziert
  • kleinbäuerliche Strukturen lebt
  • Landschaftsgestaltung durch kleinteilige Felderwirtschaft betreibt
  • ungewöhnliche und alte Sorten anbaut

die außerdem …

  • Gut Wegscheid als Begegnungs- und Lernraum versteht
  • die Art der Erzeugung von Lebensmitteln als politisches Handeln sieht
  • die Verbindung zur Erde, zu den eigenen Lebensgrundlagen und zueinander stärkt
  • für einen Bildungsauftrag steht (wie wächst mein Rosenkohl?)
  • sich intensiv mit anderen Solawis vernetzt

und die

  • gegenseitige Wertschätzung und Respekt in den Mittelpunkt stellt
  • Verantwortung konsequent auf mehrere Schultern verteilt
  • Transparenz als Grundlage und Voraussetzung sieht
  • finanziell auskömmlich für alle im Betrieb Tätigen ist

und darüber hinaus …

  • ihre Mitglieder auf dem Hof willkommen heißt
  • Raum für gemeinsam gelebte Spiritualität bietet
  • Hofgemeinschaft als Kraftquelle versteht
  • Raum fürs gemeinsame Arbeiten und Feiern bietet

Dank an die Baufirmen

Für die hervorragende Arbeit im und am sog. Nordhaus auf Gut Wegscheid danke ich den folgenden Firmen sehr herzlich (in alphabetischer Reihenfolge  – wenn jemand fehlt oder sich falsch dargestellt wird, bitte melden).
Mein Dank gilt auch den beteiligten Behörden (es waren circa 10 verschiedene!), mit denen kooperative und einvernehmliche Lösungen immer möglich waren.

Diese Links erfolgen ohne Bezahlung.

Bartz (Schmiedearbeiten)
BauTeam West (Trockenbau)
Braun Abwassertechnik (Kanal-TV und -sanierung)
Capellmann (Gerüstbau)
Cotto Hof Hückelhoven (Bodenbeläge und Badfliesen)
Elektro Eckstein (Elektroarbeiten)
EnVis Monschau (Wandheizung und Solaranlage)
Georgiev, Lachezar (Lackierarbeiten)
Geotaix Würselen (Wasserprüfung)
Hermsen, Robert (Achitekt)
IFH (Gutachten Holzproben)
Integral Ingenieure (Energiekonzept)
Janssen, Helge (Brandschutz)
König, Bernfried (Baggerarbeiten)
Kräling, Georg/Helmstädter, Axel (Statik)
Kramm (hydrogeologische Gutachten)
Lens (Bedachung)
Lenzke, Hagen (Vermessung)
Linie4, Stephan Preikschat und Team (Architekten  und Bauleitung)
Mainka (Bauphysik)
Mustin (Horizontalsperre)
Püttner, Andreas (Rohbau)
Recker (Bodenarbeiten)
Ruthmann (Dachdämmung)
Sauer & Co. (Bedachung)
Schmitt, Reinhard (Versickerung)
Schmitz und Niewel (Estrich)
Schofer und Schmidt (Schreinerarbeiten)
Schulte und Gehrke (IT)
Starmanns Holzbau (Zimmerarbeiten und Dachbau)
TLA Lehmbau (Lehmputz)
Truschel, Ralf (Entrümpelung)
Wohlrab (SiGeKo)
Zipfel, Ute Herzogenrath (Kaminsanierung)

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