2012 war für mich ein Jahr des Wunders. Ich wurde – durch ein Wunder – in die Lage versetzt, Gut Wegscheid zu erwerben. Es fand sich – durch ein Wunder – eine lustige, kraftvolle, lebendige Gruppe zusammen, die mit mir innerhalb von ein paar Monaten die Grundlage schuf, eine Solawi an Wegscheid auf die Beine zu stellen.

Es fand sich ein Landwirt. Die Solawi begann. Die erste Ernte wurde verteilt. Im Ausgaberaum türmte sich frisches Gemüse, liebevoll arrangiert, es gab Kaffee und Kuchen, es wurde gequatscht, gelacht, zusammen angepackt und entschieden. Jede Ausgabe war ein Fest. Man kam gar nicht mehr runter vom Hof, weil immer wieder jemand auftauchte, mit dem ein neues Gespräch entstand. Die Backstube war in Betrieb und produzierte jede Woche Brot für alle, frisch, knusprig, und wenn man die Auffahrt hochkam, duftete es schon von unten nach Brot.

Diese ersten Monate werde ich nie vergessen. Sie gehören zum Schönsten, was ich je erlebt habe, und ich weiß aus vielen Gesprächen, dass es nicht nur mir so ging. Ich freue mich schon darauf, wenn genau dieser Spirit wieder auf Wegscheid einzieht und bin bereit, alles zu tun, damit genau das nach dem jetzigen Pachtende wieder geschieht.